Missbrauch nützlich?

Die Missbrauchsfälle in Ameland halten Medien und Politiker in Atem. Ich muss gestehen, daß ich nichtmal mitbekommen habe, was da genau passiert ist. Nur DASS da was passiert ist wird von allen Medien breitgetreten und als vollkommene Katastrophe bewertet. Das mag auch alles so sein, aber für mich kommt eine weitere Katastrophe hinzu: Das Verhalten mancher Politiker zu dem Thema.

Die SPD-Fraktion in Niedersachsen sieht die Schuld z.B. bei der Regierung in Hannover. (Link) Diese habe sich aus der Förderung für Weiterbildung von Jugendleitern fast vollkommen  zurückgezogen und die Verbände allein gelassen. Hier wird also klar Schuld bei der CDU/FDP-Regierung gesehen.

Aber wenn man mal ins “bürgerliche Lager” hineinschaut, dann gibt’s auch dort Leute, die ganz genau wissen, wo die Schuld für die Vorfälle zu suchen ist. (Link)

Wenn man sich ansieht, welche Folgen der Konsum von schädlichen Videos haben kann, ist die Laissez-faire-Politik der FDP bei Kinderpornos im Netz grob fahrlässig.

… tönt es z.B. von Beate Merk(CSU),  Justizministerin in Bayern. Nun bin ich der letzte, der die Protagonisten der Wildsau/Senfgurken-Koalition (Schwarz/Gelb) in Bayern daran hindert sich selbst zu zerfleischen. Die Frage ist aber doch, ob hier überhaupt noch jemand an die Kinder denkt die eigentlich Verursacher dieses Aufschreis waren, oder ob sie nicht einfach nur nützliche Gründe sind, um einem Reporter, der nicht schnell genug flüchten konnte, eine weitere Parole zur Besänftigung der eigenen Klientel in den Notizblock zu diktieren. Da wird dann auch gleich die Forderung des Verbots von “Killerspielen” aufgestellt. Zu schade, daß man diesem Thema nicht noch die Absenkung von Hartz IV-Sätzen und den Abbau von Steinkohle-Subventionen unterschieben kann. Wobei: Mit etwas Kreativität geht das sicher auch.

Ich stelle in diesem Zusammenhang die Frage: Ist dieser Umgang mit solchen Vorfällen nicht in sich schon Missbrauch? Vielleicht sollte man als Politiker gerade im Sommerloch und gerade als “nicht-Promi” darüber nachdenken, ob man wirklich Missbrauchsopfer für die eigene Profilierungssucht instrumentalisieren muss.

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